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Chronik


Ultras N-town




Gründungsjahr 2002

Jeder der sich nur annähernd für Fans und Fußball interessiert wird den Begriff "Ultra" schon einmal vernommen haben. Mittlerweile grenzt es schon fast an eine Modeerscheinung. Groß ist das Interesse besonders bei Jugendlichen, was sich in den hohen Mitglieder- und Teilnehmerzahlen widerspiegelt. Da die meisten jüngeren sehr erlebnisorientiert sind, suchen sie Kontakt zu dieser Bewegung. In "normalen" Fanclubs wird nicht das Spektrum der Kreativität erreicht, der Drang nach dem "Außergewöhnlichem" und provozierenden und der Zusammenhalt, wie in den Ultragruppen. Kleidung, Gemeinschaft, Solidarität, sowie die bestimmten Verhaltensrituale verleihen dem Ultra und Fußballfan die Sicherheit und Anerkennung in der subkulturellen Gruppe. Mit dem Wir-Gefühl als Gruppe wird versucht, das eigene Team anzufeuern und das gegnerische Team zu stören oder zu beeinträchtigen. In einer immer mehr individualisierten Welt, die durch Anonymität, Bewegungsfeindlichkeit und fehlenden Freizeitmöglichkeiten für junge Menschen gekennzeichnet ist, findet sich, zusammen mit dem Bedürfnis nach Abenteuer und Spannung, ein optimaler Handlungsspielraum. Es gibt kaum ein Stadion, in dem sich keine Fans zu diesen Gruppierungen zusammen geschlossen haben. Leider gab es in letzter Zeit einige Negativerfahrungen mit gewaltbereiten Fans, die sich als "Ultras" bezeichnen. Diese Leute beschmutzen das Image, so dass wir für die "nichtwissende" Öffentlichkeit zum Beispiel einen schlechten Ruf haben. Der Name "Ultra" heißt soviel wie "extrem" und eben nicht gewaltbereit. Ultras sind also extreme Fans, die sich nicht an bestimmte Standards, Regeln oder der Kommerzialisierung halten wollen. Sie bleiben nicht die ganze Spielzeit sitzen und klatschen artig bei einem Tor und wir singen auch keine Tralala-Musik, wie es sich manch einer wünschen würde. Wir wollen den Fußball leben und so wird er auch nach unserer eigenen Art gefeiert und gelebt.


Entstehung


Unter diesen Voraussetzungen gründete sich in Piesport im Jahre 2002 eine ultraorientierte Gruppe unter dem Namen "Ultras Niederemmel". Auf Initiative von zwei Spielern hin, die auf eine mangelnde Unterstützung seitens der Zuschauer aufmerksam machten, und den Fans auch aus eigener Tasche eine erste Zaunfahne zur Verfügung stellten, wurde das Projekt Ultras ins Leben gerufen. Trotz allem konnte der Abstieg nicht verhindert werden und das Faninteresse lies wieder nach. Erst lange Zeit später bewegte sich wieder etwas in der Fangemeinde des SV Mosella Niederemmel. An einem feucht-fröhlichen Abend wurde, unter Mitwirkung eines zu diesem Zeitpunkt verletzten Spielers (der auch schon an der Zaunfahne beteiligt war) und einiger Fans beschlossen, die Fanszene wieder zu beleben. Schnell entwickelte sich in der nächsten Zeit eine Bewegung, die sich gegen Kommerzialisierung und Rassismus ausspricht. Durch viele Choreographien und Pyroshows konnten sich die "Ultras Niederemmel" einen gewissen Status an der Mosel und auch anderswo erarbeiten. Aufgrund des kleineren und "familiären" Charakters in Piesport entstand so ein großer Einfluss der Ultras, besonders auf jüngere Fans im Stadion zur roten Erde.


Ursprung

 

Ihren Ursprung haben Ultras in den südländischen Gebieten. So gab es die ersten Anfänge bereits 1968 in Italien. Es entstanden Zusammenschlüsse wie "Fossa die Leoni" beim AC Mailand (1968), "Ultras Tito" bei Sampdoria (1969), "Brigate Gialloblu" bei Hellas, "Commando Ultra" in Neapel um 1972, etc., sie nannten sich nicht mehr "tifosi" (Fans), sondern Ultras. Meist wurde ein provokanter Name gewählt, z.B. Rot-Schwarze Brigaden (1973) beim AC Mailand. Ein großes Transparent wurde hergestellt, mit dem sich die Gruppe identifizierte. Von dort aus eroberte dieses Phänomen weite Teile der Welt.



Hauptziel

 

Das Hauptziel der Ultras ist die absolute Unterstützung des Teams auf akustischer und optischer Basis. Dazu zählt nicht nur rhythmisches Klatschen, lautes singen und Pyroshows, sondern auch Choreographien, die aus Stoffbahnen, Papptafeln, Kassenrollen, etc. bestehen können. Es ist wichtig den Fanblock optisch bunt zu gestalten und mit Dauergesängen zu untermalen. Manchmal gerät das Spiel auch zur Nebensache, wenn sich zwei Fanlager einen Wettbewerb im kreativen Support darbieten. Je lauter, bunter und verrückter, umso besser ist das Fanlager dem anderen gegenüber. Aufgrund dieser Art des Feierns und der Ultraphilosophie ist es vielen egal, in welcher Liga der Verein spielt. Was zählt ist der Support! Ultras sind in fanclubähnlichen Strukturen organisiert und opfern ihre Freizeit für den Verein. Ziel ist es, das Fanrepertoire immer weiter auszubauen. Außerdem sind sie sogenannte "Allesfahrer", für die kein Weg zu weit und zu teuer ist. Das unterschätzen die meisten Vereinsoberen, die Ultras belächeln oder für Spinner halten. Das aber viel Zeit und privates Geld investiert wird, bleibt oft vergessen. In letzter Zeit entwickelt sich zum Glück auch viel Akzeptanz und Anerkennung. Trotz der vielen Schikanen, Regeln und Gesetze die Vereine, Ordnungshüter und der DFB erstellen, sind Ultras aus der deutschen Fußballszene nicht mehr wegzudenken.

Quelle Martin Schmitt

 

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